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Geschichte des Kantons Basel-Landschaft – Identitätsfragen (Nebentext)
Ergänzender Artikel zu:
Vereinslandschaft

Arbeitsteilung

Die erweiterte Nahrungsbasis infolge des Ackerbaus bot den jungsteinzeitlichen Menschen die Voraussetzung für eine ausgeprägtere gesellschaftliche Arbeitsteilung. Beigaben, wie sie beispielsweise in den spätbronzezeitlichen Kindergräbern in Reinach-Alte Brauerei zum Vorschein kamen, die Konzentration von gewerblichen Anlagen, wie man sie im Töpferdorf Sissach-Brühl vorfand, oder die Funde auf dem Burgenrain in Sissach sprechen für eine gewisse Arbeitsteilung zwischen Bauern und Handwerkern sowie zwischen einfachen Leuten und höher gestellten Personen. Auch die Sitte, die Toten nicht mehr im Sippenverband in Grabhügeln, sondern einzeln in Flachgräbern zu bestatten, zeugt von einer stärkeren Individualisierung. Vermutlich hatten sich in den Konflikten um knappe Güter wie Siedlungsraum und Metalle Abhängigkeits- und Machtverhältnisse herausgebildet, welche es gewissen Leuten erlaubten, sich einen Teil des landwirtschaftlichen Mehrertrags anzueignen. Sie liessen sich vorwiegend in befestigten Höhensiedlungen wie zum Beispiel auf dem Burgenrain in Sissach nieder, von wo sie das Ergolztal überschauen und kontrollieren konnten. Im Tausch gegen die landwirtschaftlichen und gewerblichen Produkte versorgten sie die Siedlungen im Tal mit militärischem Schutz und Metallen. Vermutlich bestand zwischen Sissach und Gelterkinden eine Siedlungskammer, welche in Bezug auf die Grundversorgung autark, trotzdem aber in weitläufige Handelsbeziehungen eingebunden war.(1)

(1) Calista Fischer: Eisenerz und Eisenzeit: Hallstatt- und Latènezeitliche Siedlungskammern, in: Tatort Vergangenheit, Basel 1998, S. 407-410

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