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Geschichte des Kantons Basel-Landschaft – Identitätsfragen (Nebentext)
Ergänzender Artikel zu:
Vereinslandschaft

Kantonswechsel und Heimat

«Ich freue mich auf’s Baselbiet», schrieb Rudolf Imhof 1991, drei Jahre bevor der bernische Amtsbezirk Laufen auf den 1. Januar 1994 zum Kanton Basel-Landschaft wechselte. Seit seiner Jugendzeit hatte der damalige Gemeindepräsident von Laufen und spätere Baselbieter Nationalrat der Christlichdemokratischen Volkspartei im Laufental und im Kanton Basel-Landschaft «die gleiche Vergangenheit, den gleichen Menschenschlag und die gleiche Mentalität» kennen gelernt. In der Auseinandersetzung um die Kantonszugehörigkeit des Laufentals vertrat er deshalb die Überzeugung: «Unsere Heimat ist das Baselbiet.» Auch sein ehemaliger sozialdemokratischer Amtskollege aus Zwingen, alt Gemeindepräsident und alt Regierungsstatthalter Marcel Cueni, hatte seit langem Beziehungen zur Baselbieter Nachbarschaft, aber kaum heimatliche Bindungen. In Liestal hatten er und sein Sohn die Infanterie-Rekrutenschule absolviert. Er passierte Baselbieter Dörfer, wenn er zum Einkaufen, zum Theater- oder Kinobesuch nach Basel fuhr. Marcel Cueni hatte die relative Autonomie schätzen gelernt, welche das Laufental aus seiner Sicht als Berner Amtsbezirk geniessen durfte. Für die Zukunft im Kanton Basel-Landschaft sah Cueni schwarz. Die Auseinandersetzung um die Kantonszugehörigkeit habe tiefe Wunden hinterlassen. Und mit dem Übertritt der mehrheitlich katholischen Laufentaler Bevölkerung würden sich die Gegensätze zwischen dem Ober- und Unterbaselbiet verschärfen. Der Streit um die Wiedervereinigung werde wieder aufflackern, prophezeite er.(1)

(1) Rudolf Imhof: Ich freue mich aufs Baselbiet, in: Baselbieter Heimatbuch 18, 1991, S. 67-68; Marcel Cueni: Das Baselbiet aus der Sicht eines berntreuen Laufentalers, in: Baselbieter Heimatbuch 18, 1991, S. 69-74

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