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Geschichte des Kantons Basel-Landschaft – Identitätsfragen (Nebentext)
Ergänzender Artikel zu:
Vereinslandschaft

Globale und regionale Information

Die neuen Medien beschleunigten und vermehrten im 20. Jahrhundert den Informationsfluss. Zwar hatte schon die Zeitung ‹Der unerschrockene Rauracher› am 12. August 1835 gemahnt, dass «der Himmel sich nicht allein über Liestal» wölbe. Am Bildschirm und über Internet ist jedoch seit Ende des 20. Jahrhunderts auch in Liestal jederzeit zu erfahren, was sich gleichzeitig in anderen Hauptstädten der Welt tut. In den 1970er-Jahren beklagten sich Baselbieter Politiker darüber, dass die kantonale Politik in einer «Fernsehlücke» verschwinde. Die nationalen Medien trügen dazu bei, dass das Interesse für kantonale Angelegenheiten und damit die politische Beteiligung sinke.(1) Später sprangen lokale Radio- und vereinzelt auch lokale Fernsehstationen in diese Lücke. Im Kanton Basel-Landschaft ging 1983 das lokale Radio Raurach auf Sendung.(2) Das Interesse des Publikums für die Angelegenheiten im Nahbereich war vorhanden. So hatte eine Umfrage noch 1988 erbracht, dass bei der Lektüre der Presse lokale, regionale oder kantonale Meldungen auf mehr Interesse stiessen als das schweizerische oder internationale Geschehen. Doch zwang der internationale Medienmarkt auch den lokalen Radiostationen seine Gesetze auf. Ihre Programme unterschieden sich in den 1990er-Jahren nur wenig von denen grosser Sender. Radio Raurach konnte nur überleben, indem es als Radio Edelweiss seinen lokalen Bezug abstreifte und die Zusammenarbeit mit einer französischen Lokalradiokette aufnahm.

(1) Expertenkommission zur Hebung der Stimmbeteiligung, 1972, S. 41-47

(2) Andreas Bitterlin: Radio Raurach, in: Baselbieter Heimatbuch 16, 1987, S. 213-220

 

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