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Geschichte des Kantons Basel-Landschaft – Identitätsfragen (Nebentext)
Ergänzender Artikel zu:
Vereinslandschaft

Die erste Fabrik?

Sichtbarster Ausdruck der Industrialisierung ist die zentralisierte, mechanisierte und arbeitsteilige Fabrik. Die Neuerungen der Technik, vor allem die Nutzung von Wasser und Dampf, später von Elektrizität als Antriebskraft wiesen die Herstellung von Gütern auf neue Wege. Die ersten Fabriken im Baselbiet entstanden zwischen 1820 und 1830. Es ist ausgeschlossen, die Epochengrenze mit einer genauen Jahreszahl festzulegen. Gar eine einzelne Fabrik als die erste zu bezeichnen, ist nicht möglich. So können zum Beispiel die Baupläne nicht abschliessend Auskunft geben: Bei der einen Unternehmung wurden sie nicht realisiert, blieben Pläne, und bei der anderen sind nicht alle Baupläne überliefert worden. Zudem wurde die Dampfkraft in den Anfangsjahren oft nur als Reserveenergie benützt oder gar nur als Heizenergie. Ihre Einrichtung ist nicht von vornherein gleichbedeutend mit der Umstellung des gesamten Betriebs auf diese Antriebsenergie. So wurden auch in Fabriken die Webstühle durchaus noch von Hand angetrieben. Sie waren also genau genommen noch keine richtigen Fabriken, sondern eher Manufakturen – so etwas wie Orte der konzentrierten Arbeit. Obwohl die ersten mechanischen Spinnereien für Baumwolle und Florettseide im dritten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts entstanden, so im ‹Niederschöntal› bei Füllinsdorf 1822, in der ‹Neuen Welt› bei Münchenstein 1823, in Liestal 1826 (eine Wollspinnerei) und in Arlesheim 1830, war die Fabrik gegenüber der Heimposamenterei lange Zeit nicht von Belang.

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