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Geschichte des Kantons Basel-Landschaft – Identitätsfragen (Nebentext)
Ergänzender Artikel zu:
Vereinslandschaft

Erste Diasporagemeinden

Die konfessionelle Durchmischung war die Folge von Wanderungsbewegungen. Im Zuge der Industrialisierung kamen Arbeitskräfte aus andern Gebieten der Schweiz oder aus dem Ausland ins Baselbiet. So stieg der Anteil der katholischen Bevölkerung im gesamten Kanton von 1880 bis 1980 von 20 auf 36 Prozent an. Die bisherige Einheit von politischer Gemeinde und Kirchgemeinde löste sich allmählich auf. Und es gab in den Gemeinden konfessionelle Minderheiten. Sie wurden anfänglich von den benachbarten katholischen oder reformierten Pfarrämtern aus seelsorgerisch betreut. An einigen Orten jedoch, wo die konfessionellen Minderheiten einiges Gewicht hatten, gründeten sie eigene Diasporagemeinden. Bereits seit 1835 gab es eine katholische in Liestal, deren frühe Gründung wohl vor allem mit der Position Liestals als Kantonshauptort zu tun hatte. Der dortige Pfarrer betreute die katholische Bevölkerung von Pratteln bis ins oberste Baselbiet. Bis zum Bau einer eigenen Kirche im Jahre 1866 durfte er die reformierte Stadtkirche mitbenutzen. Die erste reformierte Diasporagemeinde entstand in Arlesheim unter dem Patronat des Industriellen Daniel Alioth, der auf seinem eigenen Grundstück eine Kapelle für seine reformierten Schappe-Arbeiter errichten liess. Die Reformierten des katholischen Birsecks erhielten damit ein kirchliches Zentrum. 1858 fanden sie die regierungsrätliche Anerkennung als Kirchgenossenschaft. Weitere reformierte Gemeinden wurden 1878 in Allschwil und 1912 für Oberwil und Umgebung gegründet.

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