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Geschichte des Kantons Basel-Landschaft – Identitätsfragen (Nebentext)
Ergänzender Artikel zu:
Vereinslandschaft

Juden

Menschen jüdischen Glaubens bekamen erst im Jahre 1866 die Niederlassungsfreiheit im Kanton zugestanden. Zuvor lebten nur einige wenige im Baselbiet, vorwiegend im Bezirk Sissach. 1860 zählte man bloss noch vier Personen, eine Folge des Judengesetzes von 1851 mit seinem Handelsverbot. Zwischen 1866 und 1870 machten sich etwa 130 Personen und bis 1880 weitere knapp 100 das neue Niederlassungsrecht zu Nutze und liessen sich im Baselbiet nieder, die meisten davon im Bezirk Liestal. In Liestal bildete sich 1871 für einige Jahrzehnte eine jüdische Gemeinde. Nach einem vorübergehenden Rückgang der jüdischen Bevölkerung erfolgte nach der Jahrhundertwende eine erneute Zuwanderung auf rund 230 Personen, und zwar nun vor allem in die stadtnahen Gemeinden des Bezirks Arlesheim. Bis 1960 blieb die jüdische Bevölkerung des Kantons bei der Grössenordnung von rund 200 Personen. Danach verdoppelte sie sich bis 1990 auf rund 440 Personen, die zum allergrössten Teil im Bezirk Arlesheim leben. Entsprechend sind das Gemeindeleben und der Besuch der Synagoge auf die Stadt Basel ausgerichtet. Weil ihr Zentrum ausserhalb des Kantons liegt, geniessen die Juden in Baselland nicht den Status einer anerkannten öffentlich-rechtlichen Körperschaft. In Basel befindet sich seit 1903 der jüdische Friedhof. 1896 erwarb die Israelitische Gemeinde Basel in Bottmingen ein Grundstück zur Errichtung eines Friedhofs. Wegen des Widerstands der Nachbargemeinde Binningen wurde das Projekt schliesslich von der Regierung abgelehnt.

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