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Geschichte des Kantons Basel-Landschaft – Identitätsfragen (Nebentext)
Ergänzender Artikel zu:
Vereinslandschaft

Kaum Mädchenschulen

Im Zentrum der bildungspolitischen Bemühungen in den 1830er-Jahren standen fast nur die Knaben und die jungen Männer, nicht die Mädchen und die jungen Frauen. «Schulen lehren Ordnung, Tugend,/Fleiss und männlichen Verstand./Bilden früh und leicht die Jugend/Nur für Gott und Vaterland» hatte Johann Caspar Lavater noch 1768 gedichtet. Diese bürgerliche, aufgeklärte Losung galt praktisch im 19. Jahrhundert unverändert. Nur ganz wenige Politiker erinnerten an die Erfordernis, auch für die Mädchen bildungspolitische Leitlinien aufzustellen und Bildungsmöglichkeiten zu bieten: Friedrich Nüsperli, Johann Kettiger und Stephan Gutzwiller. Es waren die Frauenvereine, welche die Bildungsaufgaben, in erster Linie jene des praktischen und angemessenen Haushaltens, für Mädchen übernahmen. Zwar konnte die Tochter eines Lehrers 1847 die Bezirksschule in Waldenburg besuchen. Sie war jedoch eine Ausnahme. Mädchensekundarschulen gab es erst seit 1856, und nur zwei: eine in Liestal und seit 1859 auch eine in Gelterkinden. Sie waren Inseln in der Bildungslandschaft. Die Gleichberechtigung der Frauen erforderte einen langen Kampf, auch im Bildungswesen. Geschenkt erhielten sie von den männlichen Behörden nichts.

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