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Geschichte des Kantons Basel-Landschaft – Identitätsfragen (Nebentext)
Ergänzender Artikel zu:
Vereinslandschaft

Hebammenwahl

Am Nachmittag des 14.März 1866, einem Sonntag, strömten in Reigoldswil zahlreiche Frauen Richtung Schulhaus zu einer Wahlversammlung. Zu Beginn des Jahres war eine der beiden Dorfhebammen verstorben. Jetzt wollten die verheirateten und verwitweten Frauen Reigoldswils ihre Nachfolgerin wählen. Die Leitung der Wahlversammlung übernahm Gemeindepräsident Weber. Im benachbarten Ziefen hingegen hatten die Frauen ein Jahr zuvor auch die Leitung der Versammlung gestellt. Gemeindepräsident Weber stellte den versammelten 76 Reigoldswilerinnen drei Kandidatinnen vor: Elisabeth Tanner, Durseliheinis, Margaretha Plattner, Plumimärtis, und Witwe Müller aus der untern Schmiede. Im ersten Wahlgang erreichte keine der Anwärterinnen das absolute Mehr. Im zweiten Wahlgang gewann Elisabeth Tanner, mit 45 der 76 abgegebenen Stimmen. Präsident Weber schickte das Wahlprotokoll zusammen mit den Leumunds- und Arztzeugnissen Elisabeth Tanners an den Regierungsrat in Liestal. Dieser lehnte ihre Wahl aber ab. Weil die kleinen Finger beider Hände steif seien, könne sie nicht als Hebamme wirken, hatte Dr. Zehntner im ärztlichen Zeugnis festgehalten. Am 12. August mussten die Reigoldswilerinnen deshalb erneut zusammenkommen. Wieder standen drei Anwärterinnen zur Auswahl. Im zweiten Wahlgang erreichte Margaretha Plattner, die schon im März kandidiert hatte, eine deutliche Mehrheit. Sie erhielt die Bestätigung des Regierungsrates und blieb bis 1890 Hebamme von Reigoldswil.

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