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Geschichte des Kantons Basel-Landschaft – Identitätsfragen (Nebentext)
Ergänzender Artikel zu:
Vereinslandschaft

Überhitzung

In den 1960er-Jahren erreichte der Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit seinen Höhepunkt. Die Geldentwertung provozierte eine Flucht in Sachwerte und heizte die Bodenspekulation an. Die Lohn-Preis- oder Preis-Lohn-Spirale drehte sich immer schneller. Konjunkturberichte und Politiker sprachen von Überhitzung. Bund und Kantone versuchten der so genannten Hochkonjunktur mit Dämpfungsmassnahmen die Spitze zu brechen. Dem weiteren Zuzug ausländischer Arbeitskräfte stellten sich politische Hindernisse entgegen. Fremdenfeindliche Bewegungen machten sich Luft und erzwangen eine restriktivere Ausländerpolitik. Auf dem Weltmarkt verloren einzelne Baselbieter Industriezweige an Boden. Das Nachkriegswachstum war in erster Linie Breitenwachstum gewesen. Einige Unternehmer hatten es verpasst, ihre Produktionsprozesse rechtzeitig anzupassen oder mit innovativen Produkten ihre Marktpositionen zu stärken. Für einzelne Industriezweige wie etwa die wichtige Uhrenindustrie oder die Pneufabrikation bedeutete dies den Todesstoss. Für den Wettbewerb mit elektronischen Uhren aus Japan waren viele Baselbieter Uhrenfirmen schlecht gewappnet. Und in Südostasien waren neue Produktionsstandorte herangewachsen, auf denen sich Autopneus billiger produzieren liessen als bei der Firestone in Pratteln oder der Maloja in Gelterkinden. Unternehmen, die rechtzeitig Nischen für hochwertige Produkte entdeckten, bestanden den Konkurrenzkampf hingegen erfolgreich.

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