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Geschichte des Kantons Basel-Landschaft – Identitätsfragen (Nebentext)
Ergänzender Artikel zu:
Vereinslandschaft

Lobbyinstrument Gewerbeverein

Vorstandsmitglied und Vizepräsident des Gewerbevereins Liestal war Ambrosius Rosenmund, obwohl sein Unternehmen, die Tuchfabrik, eher auf eine industrielle Produktionsweise schliessen lässt. Ein Ziel des Gewerbevereins war die «moralische und materielle Unterstützung von Unternehmungen, die geeignet sind, die lokale Gewerbetätigkeit zu heben.»(1) Verflechtung, gegenseitige Hilfe und Schutz, kurz: der Gewerbeverein Liestal verstand sich in der Argumentation seiner Gründer als Lobbyinstrument. Dieses Ziel galt ebenso für den Gewerbeverein Gelterkinden, der sich 1894 konstituierte. «Der Gewerbeverein Gelterkinden bezweckt die Förderung und Hebung des Gewerbewesens, sowie aller Bestrebungen, welche die Hebung des Handwerks anbetreffen. Er strebt dafür auch eine freundschaftliche Vereinigung aller Handwerker und Gewerbetreibenden an und huldigt in politischer Beziehung einem gesunden Fortschritt», hiess es im Eingangsparagraphen der Statuten, die gleich beim ersten Anlauf 182 Gewerbetreibende unterschrieben.(2) Ein wichtiges Instrument zur «Hebung des Handwerk- und Gewerbestandes» waren Vorträge «gewerblicher und politischer Natur», Betriebsbesuche und -besichtigungen sowie Ausflüge. Daneben galten die Bestrebungen aber nicht bloss der eigenen Weiterbildung, sondern entsprangen dem Wunsch der Gewerbetreibenden, ihre Lehrlinge besser auszubilden. Deshalb stand die Fortbildungsschule sowohl in Liestal als auch in Gelterkinden ganz oben auf der Liste der Forderungen.

(1) Geschichte des Gewerbevereins und der Gewerblichen Fortbildungsschule Liestal 1875-1915, Liestal 1916, S. 4

(2) 100 Jahre Gewerbeverein Gelterkinden und Umgebung, Gelterkinden 1995, S. 11

 

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