Zonenplanung und Wachstumseuphorie
Mit den im Baugesetz von 1941 eingeführten Zonenplänen konnten die Gemeinden Wohn-, Geschäfts- und Industriequartiere ausscheiden, Bauhöhe, Geschosszahl, Gebäudeprofil und Nutzungsgrad festlegen, den Verlauf von Strassen, Wegen, Gas-, Wasser- und Kanalisationsleitungen vorschreiben. Die neu ins Leben gerufene kantonale Planungsstelle unterstützte sie dabei. Sie prüfte die Pläne und stellte dem Regierungsrat Antrag. Damit sie Bauvorhaben erkennen konnte, die auf eine «Veränderung der Landschaft oder der Nutzungsmöglichkeit des Kantonsgebietes» hinausliefen, waren ihr sämtliche Tätigkeiten im Hoch- und Tiefbau schon im Projektstadium zu melden. Zunächst waren es vor allem die Gemeinden des unteren Kantonsteils, welche die Ortsplanung nutzten, so zum Beispiel Arlesheim und Münchenstein. Andere beschränkten die Überbauung mit Hilfe der generellen Kanalisationsprojekte, welche die Erschliessung der Aussenquartiere regulierten. Die stürmische Entwicklung infolge des starken Bevölkerungswachstums der Nachkriegszeit konnten sie trotzdem nicht bremsen. Im Gegenteil: Viele Gemeinden erlagen in den 1950er- und 1960er-Jahren einer Wachstumseuphorie und schieden riesige Bauzonen aus. Es waren die kantonalen Behörden, denen zuerst auffiel, zu welchen Dimensionen sich die einzelnen Bauzonen der Gemeinden summierten: «Nach den vorliegenden Zahlen gemäss Vollausbau kann […] der Kanton Basel-Land gegen 650 000 Einwohner aufnehmen», stellte der Regierungsrat in seinem ersten Bericht zur Regionalplanung im Jahre 1968 fest.(1)
Ergänzende Texte zum Thema
Zum Thema: Weitere Texte aus anderen Rubriken
Zu dieser Zeit: Weitere Texte aus anderen Rubriken
Derselbe Ort: Weitere Texte aus anderen Rubriken
Emil Remigius Frey: alles für das Volk
Emil Johann Frey: Auswanderer, Bundesrat, Arbeiterpolitiker
Die erste Fabrik?
Sparkassen
Wohnen im Industriezeitalter
Ein Arbeiterhaus
Fabrikkommissionen und Gesamtarbeitsverträge
Vision eines Wohn- und Gartendorfes
Der Bauern- und Arbeiterbund
Anläufe zur Wiedervereinigung
Wilde Ehen
Mittelschulen
Flüchtlingsschicksal
Naziorganisationen im Baselbiet
Pläne für Schmalspurbahnen
Missionsstationen im Baselbiet
Erste Diasporagemeinden
Die Christkatholische Kirche
Kulturkampf
Dorfgeschichte und -kultur
Wasserkraftwerke als neue Streitpunkte
Gustav Bay: Schule und Kirche reformieren
Die erste Fabrik?
Anfänge der Elektrifizierung
Zunahme der Arbeitskonflikte
Bau von Gymnasien
Polarisierung im Innern
Blutige Bilanz
Wahlkreise
Wahl- und Abstimmmungsprozedere
Die Opposition organisiert sich
Gegen die Hochspannungsleitung
Generalstreik in Basel
Gartenstadt
Schöner Wohnen
Steigende Mietpreise
Regionale Produktion für den Fortschritt
Missionsstationen im Baselbiet
Konflikte um das Wasser



