Baselland wird Gewässerschutzpionier
Als der Regierungsrat 1952 ein Gesetz über Abwasseranlagen vorlegte, sagten die stimmberechtigten Baselbieter mit über 80 Prozent Ja dazu.(1) Fortan hatten die Gemeinden mit der finanziellen Unterstützung des Kantons das Abwasser in ihrem Gebiet zu kanalisieren. Der Kanton übernahm den Bau der Sammelstränge und der zentralen Abwasserreinigungsanlagen. So entwickelte sich der Kanton Basel-Landschaft zum schweizerischen Gewässerschutzpionier. Die erste Abwasserreinigungsanlage ging 1958 in Therwil in Betrieb. 1948 hatte man budgetiert, dass bis 1970 für den Bau der Kanalisationsnetze und Reinigungsanlagen für 118 000 Personen Gesamtkosten von 51 Millionen Franken auflaufen würden. Tatsächlich aber waren 1970 die Abwässer von über 204 000 Menschen zu reinigen, und die Gesamtkosten für Bau und Anschluss der neun Gross- und der 27 Kleinkläranlagen beliefen sich bis 1978 auf rund eine Milliarde Franken. Grösser als erwartet waren auch die Probleme mit den industriellen Abwässern und den stadtnahen Gemeinden, welche am städtischen Kanalisationsnetz hingen. Erst als 1983 die Basler Reinigungsanlage in Betrieb ging, flossen auch die Abwässer des letzten Viertels der Baselbieter Bevölkerung in gereinigter Form in den Rhein. Kanton und Chemiefirmen schlossen 1972 einen Vertrag, welcher der Industrie nach dem Verursacherprinzip den grösseren Teil der Kosten übertrug. Die Reinigungsanlage für die industriellen Abwässer im Raum Schweizerhalle-Pratteln war 1975 betriebsbereit.(2)
(2) Jürgen Zimmermann: Abwasserreinigung in der Region Basel. Pro-Rheno – der Weg zum Ziel, Basel 1983
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