Knappes Gut Holz
Besonders gut dokumentiert ist der Einsatz der frühneuzeitlichen Obrigkeit für den sparsamen Umgang mit Holz als Energie- und Baustoff. Dabei standen unterschiedliche Nutzungsinteressen und nicht nur die Umweltschonung im Vordergrund, wie ein Beispiel aus dem Laufental illustriert. Die Klagen über den schlechten Zustand des Waldes waren im Ancien Régime allgegenwärtig. Für das Laufental erliess der Bischof 1601 eine Waldordnung, weil die Untertanen die Wälder unordentlich und «unspärlich» genutzt und «verwüstet» hätten. Deshalb entstehe je länger je mehr Mangel an Holz. Die Ordnung regelte die obrigkeitliche Kontrolle über die Waldnutzung und versuchte, den sparsamen Umgang mit der Ressource zu verordnen: So war es verboten, geschlagenes Holz einfach liegen und verfaulen zu lassen. Häuser sollten gut instand gehalten werden, damit der Bauholzverbrauch möglichst gering blieb. Ausserdem waren Neubauten bewilligungspflichtig. Schafe und Geissen durften nicht mehr im Wald weiden, die Eichelmast der Schweine unterstand genauen Regeln.(1) Auch die stadtbaslerische Obrigkeit erliess seit dem 16. Jahrhundert immer wieder Mandate, die dem Schutz der Wälder dienten.
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