Die Akteure der Reformpolitik im ausgehenden 19. Jahrhundert
Seit der Verfassungsreform von 1863 verlief die Entwicklung des Staates weitgehend schleppend. Vor allem auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Sozialpolitik erwuchsen neue Aufgaben, deren Lösung erst durch die Verfassung von 1892 möglich wurde. Ausgebaut wurde das Verkehrsnetz auf Schiene und Strasse. Im Gesundheits- und Justizwesen markierten der Bau von Spital und Strafanstalt Modernisierungsschritte. Im Schul- und Kirchenwesen hingegen gelangen Fortschritte erst nach der Jahrhundertwende. Entscheidende Impulse erhielt die entstehende Sozialpolitik durch das Engagement des freisinnigen Emil Frey und des sozialistisch-genossenschaftlichen Stefan Gschwind. Mit Gschwind und dem von ihm geführten Bauern- und Arbeiterbund trat eine neue politische Bewegung in Erscheinung, ergänzend zu den bisherigen Gruppierungen der Ordnungs- und Bewegungspartei. Zu eigentlichen Parteigründungen kam es erst im frühen 20. Jahrhundert.
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