Die Akteure der Demokratiebewegung in den 1850er- und 1860er-Jahren
In der so genannten Revisionsbewegung der 1860er-Jahre stand nicht nur die Revision der Kantonsverfassung im Mittelpunkt. Es ging um eine grundsätzliche Auseinandersetzung zwischen zwei politischen Strömungen. Die Verfassung von 1850 hatte eine zentralistischere Herrschaftsform gebracht. Aus Sicht der regierenden Ordnungspartei ermöglichte das gestraffte Repräsentativsystem mit der Gewaltentrennung einen effizienteren, stabileren Staat. Die oppositionelle Bewegungspartei reklamierte mehr direkt-demokratische Rechte der Bevölkerung und Zurückbindung der Behörden. Einen ersten Höhepunkt errreichten die Auseinandersetzungen 1854, als im Parlament eine Mehrheit so genannter Volksmänner einzog und die Regierung abgewählt wurde. Nach dem Scheitern dieses Anlaufs kam es 1861-1863 zu heftigen Verfassungskämpfen. Auf der einen Seite standen regierende Politiker wie Stephan Gutzwiller, Martin Birmann oder Jakob Adam, versammelt im Patriotischen Verein. Ihnen gegenüber stand eine gemischte Gruppe von Unzufriedenen, oft Opfer der wirtschaftlichen Krise, angeführt vom populistisch agierenden Christoph Rolle. Drei Jahre nach dem erfolgreichen Verfassungskampf verloren die so genannten Revi 1866 ihre Regierungsratssitze wieder.
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