Ergänzender Artikel zu:
Anläufe zur Wiedervereinigung

Krisenruf

«Die Krise in unserm Kanton ergreift immer mehr weitere Volksschichten. Ganze Gemeinden stehen vor dem Ruin, Tausende von Arbeitslosen, welche bis vor kurzem noch ihrem täglichen Verdienst nachgehen konnten, fliegen aufs Pflaster, einer trostlosen Zukunft preisgegeben, stehen vor dem Nichts. Die Regierung in Liestal ist machtlos, oder scheint es wenigstens zu sein.» Die so genannte Kantonale Arbeitslosenkommission brauchte drastische Worte, als sie 1936 die Arbeitslosen des Kantons aufrief, die kantonalen Behörden mit einem «Marsch nach Liestal» auf ihre Not aufmerksam zu machen. «Soll es so weitergehen?», fuhr die Kommission fort und reichte die Antwort gleich nach: «Wir sagen nein, und abermals nein. Wir wollen uns nicht mehr mit schönen Worten vertrösten lassen, es heisst nun handeln […] Es gibt keinen andern Ausweg mehr, wollen wir nicht ganz verelenden.»(1)

(1) Flugblatt der Arbeitslosenkommission, Staatsarchiv Baselland, NA, Arbeit F 6
Autor: Ruedi Epple; Redaktion: Daniel Hagmann
www.geschichte.bl.ch, Kategorie: Wirtschaft, Rundgang: Entstehung des Sozialstaats
Dieser Text stammt aus: Nah dran, weit weg. Geschichte des Kantons Basel-Landschaft, Band sechs, Liestal: Verlag des Kantons Basel-Landschaft 2001 (Kapitel Vom Nachtwächterstaat zum modernen Sozial- und Interventionsstaat, S. 27-44).
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