Ergänzender Artikel zu:
Bildungsarbeit

Feste feiern

Der kulturelle Wandel der dörflichen Gesellschaft vollzog sich im 19. Jahrhundert eher als langsamer Übergang denn als Bruch. Obwohl sie seit den 1850er-Jahren zum Teil amtlicher Bewilligung unterlagen, lebten zahlreiche Formen von Heisch- und Lärmbräuchen weiter. Doch typische Bräuche gerieten bei Pfarrern und Lehrern zunehmend in Misskredit: als versteckte Bettelei oder rohe Bubenstreiche. Immer stärker konkurrenzierten bürgerliches Familiendenken und staatliche Sozialpolitik die dörflichen Bräuche. Am Heiligen Abend lärmten in vielen Oberbaselbieter Dörfern die «Nüünichlingler» durch die Gassen. Bereits 1855 aber begann der örtliche Frauenverein Gelterkinden an Weihnachten bedürftigen Kindern Kleidungsstücke und Zuckerzeug zu verteilen. In vielen Familien hatte der traditionelle «Göttiweggen» an Neujahr der häuslichen Bescherung Platz gemacht. Und in immer mehr Stuben glänzte am Ende des Jahrhunderts ein Weihnachtsbaum, wie er seit den 1820er-Jahren bei den wohlhabenderen Familien in der Stadt aufgekommen war.

Autor: Daniel Hagmann; Redaktion: Daniel Hagmann
www.geschichte.bl.ch, Kategorie: Kultur, Rundgang: Ländliche Kultur
Dieser Text stammt aus: Nah dran, weit weg. Geschichte des Kantons Basel-Landschaft, Band fünf, Liestal: Verlag des Kantons Basel-Landschaft 2001 (Kapitel Ländliche kultur im Wandel, S. 105-116).
Zum Thema
Streichquartett Laufen, 1902

Streichquartett Laufen, 1902

Waschtag in Ziefen, 1990

Waschtag in Ziefen, 1990

 
.hausformat | Webdesign, Typo3, 3D Animation, Video, Game, Print